Ursprungsgebiete


Author: CARPET24

Datum: 29.01.06 03:31  



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Teppiche aus China

Der erste China-Kaiser (221 v.Chr.) war ein strenger Herrscher. Ihm folgten die Dynastien der Han, Sui Táng, Ming und Mandschu, denen das Land nicht nur eine straffe Verwaltung verdankt, sondern auch ein ausgedehntes Straßennetz und eine einheitliche Schrift. Die große Mauer wurde zum Schutz vor feindlichen Truppen erbaut, und trotz vieler Kriege, entfaltete sich dort rasch eine hohe Kultur. Seit dem 8. Jh. weiß man von chinesischen Filzteppichen, die immer weiter verfeinert wurden. Schließlich broschierte man sie sogar mit Silber. Marco Polo erwähnte im 13. Jh. erstmals chinesische Teppiche.
Besonders prächtig waren die Drachenteppiche des 17. und 18. Jh. Vermutlich war dies auch der Höhepunkt der chinesischen Knüpfkunst.

Im Gegensatz zu persischen Teppichen aus dieser Zeit, von denen zahlreiche Prachtexemplare die Museen weltweit zieren, gibt es recht wenige Stücke aus der Ming-Zeit .
Im 19. Jh. begann der Abstieg. Mit der Einführung von Anilinfarben und der Produktion für den Export, änderte sich auch der Stil der Knüpfkunst.
Nach der Niederschlagung des Boxeraufstandes in China schossen in Tientsin und Peking, später auch Shanghai und Tsingdau, mit amerikanischer und europäischer Hilfe, Teppichmanufakturen wie Pilze aus der Erde.

Neben dem traditionellen chinesischen Teppich entstanden so zwei neue Arten:

-„open back“ mit 70 Knotenreihen auf 27,5 cm (einfacher Schuß) und
-„closed back“ doppelschüssig mit 90 Knotenreihen auf 27,5 cm.

Starke baumwollene Kett- und Schussfäden ergeben eine fast brettartige Struktur. Der Florfaden erreicht eine Höhe von mindestens 8 bis 16mm. Er wird in einer Farbskala mit bis zu 300 Tönen geliefert und in englischen Maßen angegeben – in Achteln eines Zolls: einfache Ware hat eine Florhöhe von 3/8, die bessere 5/8, also 16mm.(Formeln finden sich im Kapitel „Umrechnung“.)

Bei dieser recht strapazierfähigen Qualität werden die Ornamente mit der Schere plastisch nachgeschnitten, so dass sie sich reliefartig hervorheben. Man spricht dann von der „Reliefschur“.
Produziert wird in staatlichen Manufakturen, die über das ganze Land verstreut sind. Es gibt in China keine örtliche Gliederung, keine Stammeseigenheiten, oder –Merkmale. So ist es unmöglich, über Muster, Farben, oder Struktur auf die Gegend zu schließen, aus der die Teppiche kommen.

Man teilt diese Ware in vier Design-Gruppen ein:

- Peking: mit stilisierten chinesischen Motiven und Zentralmedaillon
- Aubusson: dem französischen, floralen Muster nachempfunden
- Ton-in-Ton: im „Reliefschnitt“ gefertigt und im Kolorit zurückhaltend
- Antik finished: mit Antik-Wäsche behandelte Nachknüpfungen antiker Vorbilder.

Unter „handgetufteten Teppichen“ versteht man Ware, bei der der Florfaden in ein vorgefertigtes Grundgewebe geschlungen wird. Die Oberfläche sieht der des geknüpften Teppichs zum Verwechseln ähnlich.

Neben den Knüpfteppichen mit chinesischen Dessin, gibt es auch seit etwa 30 Jahren den „chinesischen Perser“. Mit enormer Präzision werden die Muster des Originals Knoten für Knoten übernommen. So entstehen traumhaft schöne Teppiche, die durch subtile Anpassungen an unser Zeitempfinden, teilweise die Originale sogar übertreffen, und dies zu einem weit geringeren Preis. Geknüpft wird im persischen Senneh-Knoten auf Baumwolle oder Seide.

Besonders bekannt wurde die Milionenstadt Zhenping, in Zentralchina, wo u.a. die berühmten türkischen Seidenteppiche der einstigen Hofmanufaktur Hereke im türkischen Knoten nachgeknüpft werden. Im Guinnessbuch der Rekorde wurde ein Seidentepppich mit 10,8 Mio. Kn./qm aus Zhenping – als feinster Teppiche der Welt - eingetragen. Diese Meisterleistung war nur durch konsequente Leistungssteigerung und ein straffes Management möglich.

Das Geheimnis dieses beispiellosen Aufstiegs liegt darin begründet, dass hier alles in „einer Hand“ bleibt - von der Seidenproduktion über das Färben, Entwerfen neuer Dessins, Knüpfen und Waschen, bis hin zur strengen Qualitätskontrolle. Über 100.000 Menschen arbeiten für Zhenping. Hunderte von akademisch ausgebildeten Designern verbessern die traditionellen Vorlagen und geschulte Knüpfmeister fertigen mit ungeahnter Präzision Stücke, die in der ganzen Welt ihren Absatz finden.

Neben edelsten Seidenteppichen tragen Meisterwerke aus Wolle und Seide, hauptsächlich im Täbriz und Nain-Muster zum Erfolg bei. Aber auch feinste Bilderteppiche mit Korkwolle auf Seide und z.T. mit über 150 verschiedenen Farben – unter der Bezeichnung „Artistic“ bekannt – gelten unter Fachleuten als sensationell. Erstmals in der Teppichgeschichte wurde es möglich, die gesamte Kollektion feinster Knüpferzeugnisse zu standardisieren, zu katalogisieren und ins Internet zu stellen.




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