Herstellung


Author: CARPET24

Datum: 16.12.05 13:26  



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Seide

3.000 Jahre lang war die Naturseide ein chinesisches Monopol. Und noch heute liegt der Welthandel mit Seide fest in chinesischer Hand, auch wenn andere Länder, wie Brasilien, Japan, Indien Persien oder die Türkei sich mit der Seidenraupenzucht befassen.

Durch die systematische Zucht und wissenschaftliche Planung konnte der Prozeß der Aufzucht um ca. 10 Tage auf 25 Tage verkürzt werden. In dieser Zeit durch laufen die Seidenraupen 5 verschiedene Phasen mit jeweils mehreren Freß- und Schlaftagen. Nach der letzten Fressperiode, die 8 Tage dauert, darf vom 25. bis zum 28. Tag nicht gefüttert werden – die Raupe soll sich jetzt einspinnen.

Dazu presst die Raupe aus zwei Drüsen in der Nähe ihres Mauls Saftstrahlen aus, die an der Luft sofort zu feinen Fäden erstarren. Gleichzeitig scheidet sie einen Leim aus, der die beiden Fäden zusammenklebt. Beim Spinnen bewegt sich die Raupe in Form einer Acht, wodurch allmählich eine kunstvolle Hülle – der sog. „Kokon“ entsteht.
Etwa 250.000 Windungen des Kopfes sind notwendig, bis sich das Tier völlig eingehüllt hat. Im Inneren des Kokons entwickelt sich nun aus der Raupe über die Puppe ein Schmetterling.

ormalerweise befreit sich der Schmetterling innerhalb von ca. 14 Tagen durch eigene Hilfe aus dem Kokon, indem er mittels eines säurehaltigen Safts ein Ausschlupfloch schafft. Zur Seidenproduktion muß jedoch das Tier am 10. Tag abgetötet werden, damit der Schmetterling beim Schlüpfen nicht die Seidenfäden in Stücke reißt. Dazu werden die Kokons in spezielle Dampfkammern gebracht und dort bei ca. 60° abgetötet.

Nun beginnt das eigentliche Herstellen der Seide. In einem Bottich mit 80° heißem Wasser werden die Kokons eingeweicht. Durch Schlagen mit einem Reisigbesen sollen die Kokons von der äußeren wirren Faserschicht befreit werden. Mit bloßen Händen tauchen die Arbeiterinnen dann in das heiße Wasser ein, bis sie den Fadenanfang gefunden haben. Mehrere Fäden zusammen werden mittels einer Maschine zusammengedreht – die tote Puppe bleibt im Wasserbottich liegen.

Rechnen wir noch einmal zusammen

Der von der Raupe versponnene Faden ist 3.000 m lang. Nur der mittlere Teil, etwa 1.000m , lässt sich abhaspeln, der Rest ist nur zu Schappseide zu verwenden. Es gehen also 2/3 verloren. Durch das Auswaschen verliert die Seide noch einmal 25 bis 30% an Gewicht, so dass am Ende nach dem Färben von ursprünglich 6 kg Kokons nur noch 700g Seidengarn übrig bleiben.

Durch das Knüpfen verliert man nochmals 70%, denn zur Verarbeitung muß der Faden eine gewisse Länge haben. Der überstehende Flor wird als Abfall abgeschnitten.

Hat nun ein Seidenteppich z.B. ein Gewicht von 3 kg, brauch man dazu ungefähr 10 kg Seidenfaden und fast 90 kg Kokons !



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